Kaufleute EBA (BIVO23)

Ihr Einstieg in den kaufmännischen Beruf. Sie haben die obligatorische Schulzeit abgeschlossen und interessieren sich für einen Beruf im kaufmännischen Bereich, aber Ihre schulische Ausbildung reicht noch nicht für eine Lehre mit EFZ-Abschluss? Dann ist eine zweijährige Ausbildung zur Kauffrau/zum Kaufmann mit eidg. Berufsattest (EBA) vielleicht das Passende für Sie und ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Als Kauffrau/Kaufmann EBA erledigen Sie selbständig administrative Tätigkeiten und können mit der modernen Bürotechnik umgehen. In dieser Ausbildung machen Sie erste berufspraktische Erfahrungen und haben dank dem eidgenössischen Berufsattest die Möglichkeit, direkt ins 2. Lehrjahr als Kauffrau/Kaufmann EFZ (eidg. Fähigkeitszeugnis) einzusteigen.

Wenn Sie also erste praktische Erfahrungen in einer Büroumgebung sammeln wollen, sich Kompetenzen und Fachkenntnisse aneignen möchten, die Sie im Büro anwenden können, gerne Arbeiten erledigen, bei denen es auf Zuverlässigkeit, Exaktheit und Ordnung ankommt und später eine Lehre als Kauffrau/Kaufmann EFZ anstreben, dann ist eine Ausbildung zur Kauffrau/zum Kaufmann EBA genau das Richtige für Sie.

Eine ganzheitliche Ausbildung

Selbständiges Arbeiten
Ein Thema selbständig zu erarbeiten und die Resultate in einem Bericht zu präsentieren ist nicht einfach. Während Ihrer Ausbildung eignen Sie sich die nötigen Grundlagen an.

Individuelle Begleitung
Bei schwierigen Situationen in der Schule, im Betrieb oder auch im privaten Umfeld finden Sie bei Ihrer Klassenlehrperson Beratung und Unterstützung. Sie vermittelt auch Kontakte zu Fachstellen und koordiniert unterstützende Massnahmen mit dem Betrieb.

Freifach Französisch
Während der Ausbildung können Sie sich mit dem Freifach Französisch grundlegende Kenntnisse erarbeiten oder vorhandene Fähigkeiten vertiefen. Wenn Sie im Anschluss die Ausbildung zur Kauffrau/zum Kaufmann EFZ absolvieren möchten, wird Französisch ein fester Bestandteil des Unterrichts sein. Mit dem Besuch des Freifachs Französisch werden Sie bereits über grundlegende Vorkenntnisse in der französischen Sprache verfügen, was Ihnen den Übertritt in die kaufmännische EFZ-Ausbildung erleichtern wird.

Handlungskompetenzen statt Fächer

Ab dem Schuljahr 2023/24 gibt es in der kaufmännischen Ausbildung keine Fächer wie Deutsch, Wirtschaft, Informatik usw. mehr, sondern bereichsübergreifenden Unterricht in Handlungskompetenzbereichen. Die Inhalte der Fächer bleiben erhalten, werden aber mehr praxisorientiert und im Verbund mit dem Lehrbetrieb in typischen kaufmännischen Alltagsbereichen unterrichtet. So werden die Grundlagen weniger theoretisch abgehandelt und sind für Sie einfacher zu lernen. Das erworbene Wissen kann direkt im Beruf umgesetzt werden.

Der Unterricht bezieht Ihre praktische Tätigkeit und die jeweilige fachliche Ausrichtung im Betrieb aktiv mit ein. So vertiefen Sie Ihr Wissen und Können schnell, was Ihnen im Arbeitsalltag einen grösseren Handlungsspielraum ermöglicht. Folgende Handlungskompetenzbereiche werden unterrichtet:

HKB A: Gestalten der beruflichen und persönlichen Entwicklung
HKB B: Kommunizieren mit Personen unterschiedlicher Anspruchsgruppen
HKB C: Zusammenarbeiten in betrieblichen Arbeitsprozessen
HKB D: Betreuen von Infrastrukturen und anwenden von Applikationen
HKB E: Aufarbeiten von Informationen und Inhalten

Schule, Betrieb, Branche - Ein Team

Sowohl die Schule als auch Ihr Lehrbetrieb und der Branchenverband sind für Ihre Ausbildung verantwortlich. Alle Ausbildungspartner nehmen ihre Verantwortung wahr und setzen sich für Ihre Ausbildung und einen erfolgreichen Abschluss ein.

Schule
Sie besuchen regelmässig den Berufsschulunterricht, wo Sie Ihr Fach- und Allgemeinwissen vertiefen und sich die für Ihren Beruf nötigen Handlungskompetenzen aneignen. Dabei wird die Zeit, die Sie in der Schule verbringen, im zweiten Jahr Ihrer Ausbildung weniger:

Erstes Lehrjahr: 2 Schultage
Zweites Lehrjahr: 1 Schultag

Betrieb
Die betriebliche Ausbildung erfolgt im Lehrbetrieb. Die Berufs- und Praxisbildenden leiten Sie an und begleiten und betreuen Sie in dieser Zeit. Der betriebliche Ausbildungsplan, welcher Sie gezielt schult und durch die Lehre führt, baut auf den Handlungskompetenzen auf und zeigt, in welchem Lehrjahr welche Inhalte geplant sind.

Branche
Die Ausbildung- und Prüfungsbranche organisiert die für alle Lernenden obligatorischen überbetrieblichen Kurse (üK). Diese ergänzen die Ausbildung im Betrieb und vermitteln branchenspezifische Handlungskompetenzen. Sie dienen zudem dem Austausch zwischen den Lernenden und als Ort, an dem die bisher erworbenen Kompetenzen gemeinsam reflektiert werden können

Was müssen Sie mitbringen?

Wir empfehlen für den Abschluss eines Lehrvertrages Kauffrau/Kaufmann EBA folgende Mindestanforderungen zu beachten:

Sekundarschule Niveau A
Genügende bis gute Leistungen in Deutsch, Englisch und Mathematik.

Schulische Brückenangebote
Genügender Durchschnitt der Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik.

Sekundarschule Niveau E
Die Leistungen in einzelnen Fächern reichen nicht für die dreijährige Lehre EFZ.

In jedem Fall ist ein Lehrvertrag für den Ausbildungsstart abzuschliessen.

Stundentafel

Bild Stundentafel EBA 2023.PNG

Kosten

Lizenzen, Kurs- und Materialgeld pro Semester CHF 120
Lehrmittel (1. Lehrjahr) ca. CHF 360

Ihre Qualifikation - Ihre Perspektive

Ihr Berufsattest
Wenn Sie das Qualifikationsverfahren in allen Bereichen bestanden haben, erhalten Sie das eidgenössische Berufsattest und dürfen damit die geschützte Berufsbezeichnung Kauffrau/Kaufmann EBA tragen.

Mögliche Wege danach
Nach erfolgreichem Abschluss der Lehre zur Kauffrau/Kaufmann EBA stehen Ihnen mehrere Anschlussmöglichkeiten offen:

  • Einstieg in den kaufmännischen Arbeitsmarkt
  • In die Berufsbildung «Kauffrau/Kaufmann EFZ» übertreten (2 oder 3 Jahre, je nach persönlichen Voraussetzungen)